Cholesteatom-OP. Bei chronischer Vereiterung kann Knochenfraß Teile von Ohr und Schädelbasis zerstören. Dieses sogenannte Cholesteatom muss operativ versorgt werden.

Von einem Cholesteatom sprechen wir in der HNO-Medizin, wenn die seit langem bestehende Mittelohrentzündung beim Patienten ein chronisches Stadium angenommen hat. Vereinfacht wird diese schwere Ohrerkrankung oft als Knochenfraß bezeichnet. Aufgrund der Zerstörung am Knochen kann man dafür auch den Begriff der chronischen Knocheneiterung verwenden. Schaut man sich auf einer Computergraphie die Erscheinung eines Cholesteatoms an, sieht man häufig rundliche Substanzdefekte, während der Blick durch das Operationsmikroskop auf ein Cholesteatom an eine Perlgeschwulst oder Zwiebelgeschwulst erinnert.

Bei sehr vielen Patienten schreitet das Cholesteatom nur langsam voran und verläuft in der Regel jahrelang schmerzfrei. Gerade dieses Symptom des Cholesteatoms kann den weiteren Verlauf besonders gefährlich machen. Da der Patient keinen Schmerz empfindet, hat das Cholesteatom gleichsam freie Bahn und kann aggressiv auf benachbarte Knochenstrukturen übergreifen. Letztlich wächst es bei manchen Patienten regelrecht auflösend in das Knochengewebe des Ohrschädels hinein.

Um diesen gefährlichen Prozess aufzuhalten und vor allem das Hörvermögen zu retten, bleibt nur die chirurgische Versorgung, die wir Ihnen in unserer Kasseler Praxisgemeinschaft anbieten. Dabei müssen wir im ersten Schritt genau prüfen, wie fortgeschritten das Cholesteatom bei Ihnen bereits ist. Unter Umständen kann als Operation eine Tympanoplastik ausreichen. Ist der entzündliche Prozess im Knochen aber schon weiter ausgebreitet, muss auch die Cholesteatom-OP ausgedehnter sein, um den erkrankten bzw. zerstörten Knochen zu sanieren.