Zircumferelle Kanalplastik. Ein anspruchsvoller chirurgischer Eingriff, der die Anforderungen der einfachen Kanalplastik deutlich übersteigt.

In der HNO-Medizin wird das Wort Kanal sehr häufig als anderer Begriff für den Gehörgang verwendet. Grundsätzlich stellt die einfache Kanalplastik eine Operation dar, bei der wir einen bestimmten Teil des Gehörgangs erweitern. Dabei wird der hintere Anteil des Gehörgangs in der Regel mit operativen Mitteln reduziert. Eine solche Gehörgangserweiterung lässt sich meist einfach realisieren. Deutlich schwieriger fällt dagegen bei sehr vielen Patienten die allseitige Kanalplastik aus, da sie wesentlich umfassender und diffiziler ist.

Dazu müssen Sie wissen, dass die Vorderwand des Gehörgangs gleichzeitig die Hinterwand des Kiefergelenks bildet. Daher stellt die Verletzung des Kiefergelenks ein besonderes Risiko bei dieser Operation dar. Vor diesem Hintergrund liegt ein großer Vorteil der chirurgisch anspruchsvollen vollständigen Kanalplastik beispielsweise in dem Umstand, dass dadurch operative Maßnahmen am Mittelohr wie z. B. die Tympanoplastik erleichtert werden.

Grundsätzlich gilt, dass Löcher im Trommelfell, die dessen vorderen Anteil betreffen, eine höhere Rückfallquote haben als Löcher, die im hinteren Trommelfellabschnitt liegen. Chirurgen, die eine vollständige Kanalplastik vornehmen können, sind in der Lage, solche Komplikationen besser zu vermeiden. Dafür fräsen sie den störenden, einengenden Anteil des Gehörgangs weg und haben damit eine gleich gute Übersicht wie bei einer hinteren Perforation. Damit wird eine gute Ausgangbasis geschaffen, um die hohe Rückfallquote bei Löchern im vorderen Trommelfellabschnitt zu senken.